Der Realzins ist der Zins, der übrig bleibt, wenn man die Inflation abzieht. Er zeigt, ob eine Anlage tatsächlich Kaufkraft aufbaut oder nur nominal wächst, während die Preise stärker steigen als der Zins.
Diese Seite erklärt das Konzept kompakt und warum ein beworbener Zinssatz ohne Inflationsbezug wenig über die tatsächliche Wertentwicklung aussagt.
Nominalzins und Realzins
Der Nominalzins ist der Zinssatz, den eine Bank in ihrer Werbung oder im Vertrag ausweist. Er sagt allein noch nichts darüber, wie sich Ihre Kaufkraft entwickelt. Steigen die Preise im gleichen Zeitraum stärker als der Zins, verlieren Sie real Kaufkraft, obwohl der Kontostand nominal wächst.
Näherungsweise lässt sich der Realzins berechnen, indem man die Inflationsrate vom Nominalzins abzieht. Für eine genauere Berechnung existiert die sogenannte Fisher-Formel, die den Zusammenhang exakter abbildet, besonders bei höheren Zins- und Inflationsniveaus.
Ein Beispiel zur Illustration
Beispiel: angenommen ein Tagesgeldkonto verzinst mit 3 % pro Jahr, während die Inflation bei 2 % liegt. Näherungsweise verbleibt ein Realzins von rund 1 %. Liegt die Inflation dagegen bei 4 %, wäre der Realzins trotz desselben Nominalzinses negativ – die Kaufkraft des angelegten Geldes sinkt, obwohl der Kontostand wächst.
| Nominalzins | Inflation | Realzins (näherungsweise) |
|---|---|---|
| 3 % | 2 % | rund +1 % |
| 3 % | 4 % | rund -1 % |
| 1 % | 0 % | rund +1 % |
Diese Werte sind ausschließlich Illustrationen zur Erklärung des Konzepts, keine Marktdaten oder Prognosen.
Warum diese Seite konsequent real rechnet
Ein reiner Vergleich von Nominalzinsen kann irreführend sein, wenn die Inflation unterschiedlich hoch angesetzt wird oder ganz unerwähnt bleibt. Deshalb weist dieses Angebot Ergebnisse konsequent real aus, also nach Abzug einer angenommenen Inflationsrate. So wird sichtbar, ob eine Anlage tatsächlich Kaufkraft aufbaut – nicht nur, ob die Zahl auf dem Kontoauszug wächst.
Wie genau die Berechnung methodisch erfolgt, einschließlich der verwendeten Formel und der pauschalen Steuerannahmen, beschreibt die Seite Methodik. Wer die Rechnung für die eigene Situation nachvollziehen möchte, kann dies mit dem Zinsleiter-Rechner als Illustration tun; die Eingaben verlassen dabei nicht den eigenen Browser.
Einen ausführlicheren Hintergrund zum Thema Realzins, historische Einordnung und weitere Beispiele bietet der Beitrag Realzins verständlich erklärt.
- Wird bei einem Vergleich die Inflation berücksichtigt?
- Ist die angenommene Inflationsrate als Annahme gekennzeichnet?
- Wurde der Realzins näherungsweise oder mit der Fisher-Formel berechnet?
- Bleibt nach Steuern und Inflation noch ein positiver Realzins übrig?
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Nominalzins und Realzins?
Der Nominalzins ist der ausgewiesene Zinssatz. Der Realzins berücksichtigt zusätzlich die Inflation und zeigt, ob die Kaufkraft des Kapitals tatsächlich wächst.
Kann der Realzins negativ sein?
Ja. Liegt die Inflationsrate über dem Nominalzins, ist der Realzins negativ – das angelegte Geld verliert dann an Kaufkraft, auch wenn der Kontostand nominal steigt.
Warum reicht ein Vergleich der Nominalzinsen nicht aus?
Weil er die Preisentwicklung ausblendet. Zwei Anlagen mit gleichem Nominalzins können real sehr unterschiedlich abschneiden, je nachdem, wie hoch die Inflation im jeweiligen Zeitraum ausfällt.
Quellen & Stand
Basierend auf öffentlichen Informationen der BaFin (bafin.de), der Deutschen Bundesbank (bundesbank.de) und der Einlagensicherungssysteme. Beispielzahlen sind Illustrationen, keine Marktdaten. Stand der Prüfung: 14. Juli 2026.
Bildungsinhalt, keine Anlageberatung. Zinssätze und Bedingungen ändern sich; maßgeblich sind die aktuellen Angaben der Bank. Prüfen Sie Konditionen und Einlagensicherung selbst, bevor Sie Geld anlegen.